AKTUELLES

10.12.2021, 15:35
TSG eSPORTS-Coach im Interview

Roßbach: "Sind uns sicher, dass der Fleiß belohnt wird"

von Niklas Aßfalg
Foto: TSG Hoffenheim

Seit Beginn der FIFA 22-Saison ist Christian Roßbach bei TSG eSPORTS als Coach tätig, er unterstützt unsere FIFA-Profis hinsichtlich des Gameplays, aber auch auf mentaler Ebene. Wie sein Job genau aussieht, wie es um seine eigenen Controller-Künste bestellt ist und was er über die bisherige Spielzeit denkt, haben wir im Interview geklärt. 

Was gehört zu einem professionellen Team? Na klar, ein professioneller Trainer! Christian Roßbach betreut unsere Jungs von TSG eSPORTS seit dem Saisonbeginn von FIFA 22, er selbst ist bereits seit FIFA 10 in der eSPORTS-Szene der Fußball-Simulation unterwegs. Mit all seiner Erfahrung unterstützt er Lukas 'Lukas_1004', Jan-Luca 'Bassinho' Baß, Marcel 'plaplup' Schwarz und Jonas 'Bit0911' Bederke sowie unsere beiden Nachwuchstalente Fabrice 'whiteezz05' Weiß und Noah 'qrozent' Ottenthal in ihrer Entwicklung. Welche Bereiche er dabei in den Fokus rückt und wie genau Roßbach unsere FIFA-Profis zu besseren Spielern machen will, erläutert er uns im Interview.

Du bist zur FIFA 22-Saison als Coach bei TSG eSPORTS eingestiegen. Warum hast du dich für Hoffenheim entschieden?

Christian Roßbach: Durch die regionale Verbundenheit verfolge ich die TSG sowohl virtuell als auch in der Bundesliga. Die Gespräche sind sehr gut verlaufen und das Konzept im eSPORTS hat mir zugesagt, weshalb ich mich für die TSG entschieden habe.                                                                                                                                                  

Was versuchst du den Spielern in der alltäglichen Arbeit zu vermitteln?

Roßbach: Ich analysiere sehr viele Spiele und achte dabei auf das Gameplay. Das bedeutet, dass ich den Jungs die momentane Meta vermitteln möchte, die sie in ihre jeweilige Spielweise einbauen sollen. Darüber hinaus analysiere ich bevorstehende Teams und gebe den Jungs entscheidende Informationen über das Defensiv- und Offensivverhalten der jeweiligen Spieler. Neben diesem analytischen Bereich setzte ich auf der mentalen Ebene an. Der Kopf ist in FIFA entscheiden, weshalb der psychologische Aspekt eine wichtige Bedeutung hat und ebenfalls ein Teil meiner Arbeit als Coach ist.                      

Wie bewertest du den Hoffenheimer Saisonstart?

Roßbach: National liegen wir in der Virtual Bundesliga Club Championship hinter den Erwartungen. Wir haben viele Spiele bestritten, in denen wir uns einfach nicht belohnt haben, was natürlich ärgerlich ist. Zudem hatten wir in vielen spielentscheidenden Situationen nicht das nötige Glück, um am Ende mit mehr Punkten dazustehen. Ich bin mir sicher, dass wir die momentane Phase als Einheit gemeinsam überstehen und die Punkte an den kommenden Spieltagen einsammeln werden. Die Jungs geben Gas in den Trainingseinheiten und sind völlig fokussiert bei der Sache, weshalb wir uns sicher sind, dass dieser Fleiß zeitnah punktemäßig belohnt wird.          

Wie steht es um deine eigenen Künste am Controller?

Roßbach: Meine Künste am Controller waren in der Vergangenheit besser als heute. Man darf nicht vergessen, dass ich seit FIFA 10 aktiv im Geschehen dabei bin und die damaligen eSPORTS-Strukturen nicht vergleichbar mit den heutigen sind. Ich bin mit der Zeit an einen Punkt angekommen, an dem ich mir eingestehen musste, dass es einfach vom Skill her im deutschen eSPORTS nicht mehr reicht, um Zeit, Kraft und Willen als Spieler zu investieren. Aus diesem Grund habe ich die Seiten vom Spieler zum Coach gewechselt, weil ich dem eSPORTS dennoch verbunden bleiben möchte.                                                                                                    

Welche Erfolge hast du als Spieler und als Coach bereits feiern können?

Roßbach: Mein größter Erfolg als Spieler war das Erreichen der Top 16 in der Virtual Bundesliga 2016. Da die TSG meine erste Trainerstation ist, hoffe ich, dass wir gemeinsam noch viele Erfolge in Zukunft feiern können.                                                                                              

Der Job des FIFA-Trainers ist in den vergangenen Jahren immer gängiger geworden. Wie blickst du auf die Entwicklung des FIFA-eSPORTS? 

Roßbach: Ich finde es sehr spannend und gut, wie sich die FIFA-eSPORTS-Szene in den letzten Jahren entwickelt hat. Die Strukturen werden immer professioneller, was zu meiner Zeit als Spieler nicht so war. Dennoch gibt es einige Punkte, die man in Zukunft verbessern kann, sodass man die vorhandenen Potenziale bestmöglich ausschöpft.                                                                  

Wie viele Stunden beschäftigst du dich in der Woche mit FIFA?

Roßbach: Eine genaue Zahl kann ich nicht nennen, weil es mal mehr und mal weniger Stunden sind. Generell lässt sich aber sagen, dass ich schon jeden Tag für ein paar Stunden mit FIFA beschäftigt bin.

FIFA 22 hat in der Fachpresse überwiegend gute Kritiken erhalten, die Community ist in ihrer Meinung zwiegespalten. Was hältst du vom aktuellen Ableger?

Roßbach: Ich sehe mich auf der Seite der Fachpresse und sehe mehr die guten Kriterien als die schlechten Aspekte. Natürlich gibt es immer einige Punkte, die man verbessern kann, aber generell ist FIFA 22 ein Titel, der für mich persönlich eher zu den besseren Ablegern gehört – im Gegensatz zu den FIFA-Teilen davor.

Weitere News