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02.07.2021, 15:03
Head of eSports im Interview

Ralf Pressler: "Teamwork und respektvoller Umgang"

von Niklas Aßfalg
Foto: TSG Hoffenheim

Alle großen Wettbewerbe sind gespielt, alle Entscheidungen sind gefallen. Nachdem sich die FIFA-Profis der TSG Hoffenheim bereits zur Premierensaison geäußert hatten, ist nun Ralf Pressler an der Reihe. Der Head of Digital Performance, Marketing und eSPORTS spricht im Interview über das sportliche Abschneiden, die Entwicklung und die transportierten TSG-Werte. 

Mit dem Einzug in die Finalrunde und unter die besten sechs Teams der Virtual Bundesliga (VBL) Club Championship by bevestor hat die TSG Hoffenheim national direkt in ihrem ersten eSPORTS-Jahr ein großes Ausrufezeichen gesetzt. Entsprechend herrscht sportliche Zufriedenheit vor – auch bei den Entscheidungsträgern. Ralf Pressler, Head of Digital Performance, Marketing und eSPORTS, sieht die Erwartungen sogar als übertroffen an. Wir haben ihn zum Interview gebeten und über das Gesamtprojekt TSG eSPORTS gesprochen. 

Welche Beweggründe steckten im vergangenen Jahr hinter der Gründung von TSG eSPORTS?

Ralf Pressler: "Wir hatten bereits erste Erfahrungen mit dem TSG-Fan eCup gemacht und gemerkt, dass generelles Interesse besteht. Durch die Bundesliga Home Challenge haben wir anschließend weitere Erfahrungen gesammelt, die Gründung eines eigenen Teams war dann der nächste konsequente und nur logische Schritt."

Weshalb ist dieser Schritt nicht schon früher erfolgt?

Pressler: "Am Anfang wollten wir durch den TSG-Fan eCup erst mal prüfen, wie es um die Akzeptanz im Umfeld unter den TSG-Fans bestellt ist und wie das Thema generell ankommt. Wir wollten erst mal einen Zugang der breiten Masse, also unseren Fans, aber auch anderen Hobby-Gamern zur Verfügung stellen und uns selbst noch nicht an einem offiziellen kompetitiven Wettbewerb beteiligen. Wie schon gesagt, wurden die Erfahrungen aus dem Fan eCup oder der Bundesliga Home Challenge gesammelt. Wir konnten hieraus viele neue Erkenntnisse ziehen, die Spieler konnten teilweise aus den Fan eCups rekrutiert werden. Der Aufbau eines neuen Bereichs bedarf einfach guter Vorarbeit und Zeit."

Wie fällt das Fazit zur Premierensaison aus? Wo besteht noch Verbesserungspotenzial?

Pressler: "Sportlich sind wir sehr zufrieden, die Erwartungen wurden sogar übertroffen. Trotzdem stehen wir noch am Anfang, daher besteht auch noch Potenzial nach oben, der Ausbau der Infrastruktur ist bereits geplant."

Welche Werte aus der Profifußballabteilung werden in den eSPORTS-Bereich übertragen?

Pressler: " Vor allem Teamwork und respektvoller Umgang. Geplant ist zudem eine Verknüpfung durch Einbindung von Trainingsschwerpunkten wie zum Beispiel Mentaltraining, Konzentrationsfähigkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, Augen-Hand-Koordination und einiges mehr."

Wie beurteilen Sie die Entwicklung des eSPORTS in Deutschland und im Allgemeinen?

Pressler: "Die ist momentan sehr spannend zu verfolgen. Die Nachfrage wächst, es gibt eine stetige Entwicklung. Die Reichweiten von Streamern wachsen stetig, die Weiterentwicklung von neuen Formaten wird ständig vorangetrieben."

"Zeitgemäßer Zugang für unsere jüngeren Fans"

Lief der Start des eSPORTS-Engagements wegen der Corona-Pandemie unter stark erschwerten Bedingungen ab?

Pressler: "Die Zusammenkünfte mussten eingeschränkt werden, daher wurde vieles online und nicht vor Ort geregelt. Der Kader war komplett neu, deswegen wäre es natürlich schön gewesen, häufiger gemeinsame Aktionen und Treffen umzusetzen zu können."

Die Pandemie erscheint auf den ersten Blick nicht unbedingt als perfekter Zeitpunkt für den Launch eines neuen Projekts. Warum wurde es trotzdem gemacht?

Pressler: "Die Überlegungen für den Einstieg gab es ja schon vor der Pandemie. Durch die Bundesliga Home Challenge, die auch während der Pandemie stattgefunden hatte, als der Spielbetrieb der Ligen pausiert wurde, haben wir erste Erfahrungen im kompetitiven Wettbewerb sammeln können. Die Pandemie hat uns darüber hinaus auch gezeigt, dass sich viele Dinge digital und online abspielen können. eSPORTS ist letztendlich auch online zu Hause und bot einen für uns damals neuen, aber vor allem zeitgemäßen Zugang für unsere jüngeren Fans."

Wie steht es um Ihre persönlichen Berührungspunkte? Welche Videospiel-Erfahrungen haben Sie gemacht?

Pressler: "Ich spiele selbst regelmäßig FIFA und habe sogar ein eigenes Ultimate Team."

Was wird schneller erreicht: Die deutsche Meisterschaft im Fußball oder in FIFA?

Pressler: "Es ist beides nicht einfach, in FIFA für uns aber wahrscheinlich doch noch schneller zu erreichen. Der Austausch einzelner eSPORTLER kann in FIFA deutlich höhere Auswirkungen auf die sportliche Leistung des gesamten Teams haben als im Fußball."

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